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Vor 50 Jahren wurde die Berliner Mauer errichtet, nicht die letzte ihrer Art: Eine Geschichte der gebauten Grenzen zwischen Hier und Dort

Wer ist eigentlich Rafael Moneo? Die Gebäude des spanischen Architekten und Pritzker-Preisträgers sind nur schwer zu fassen. Seine Architektursprache ist heterogen, sein Werk ist dispers. Bis Ende des Monats ist in Krems eine kleine Ausstellung mit seinen jüngsten Projekten zu sehen.

Interview: Wojciech Czaja und Maik Novotny

Vor ein paar Wochen hatten Sie Geburtstag. Sie sind jetzt 74 Jahre alt. Wie fühlen Sie sich?

Zwischen Internationalität und Isolation, zwischen Süden und Osten: Die Architektur Belgrads zeigt von jeher eine Eigenständigkeit abseits von Ostblock-Klischees.

Er baut klein und spartanisch. Und am liebsten zeichnet er nur. Ein Gespräch mit dem russischen Künstler und Architekten Alexander Brodsky.

Gerade als sich New York Ende Dezember 1999 auf die Millenniumsfeiern vorbereitete, bestieg Alexander Brodsky eine Aeroflot-Maschine nach Moskau, um endgültig in seine Heimatstadt zurückzukehren. Gut zwei Jahrzehnte, nachdem er dort Architektur studiert hatte, kehrte er zu seinen Wurzeln zurück: Mit Mitte 40 wurde Alexander Brodsky nun tatsächlich Architekt und gründete sein erstes Büro.

Mehr als Waldorfschulen: Das Rudolf-Steiner-Jahr zeigt, wie der umstrittene Gründer der Anthroposophie Kunst und Architektur beeinflusste

Der berühmte Besucher soll nachhaltig beeindruckt gewesen sein, als er im Jahr 1927 diesen Berg in der Schweiz bestiegen hatte. Eingebettet in die sanfte Hügellandschaft südlich von Basel, thronte vor ihm ein 90 Meter langes und 37 Meter hohes Gebilde aus purem Sichtbeton - kein rechter Winkel, dafür konkave und konvexe Wölbungen und Säulen wie Luftwurzeln, schwer und leicht zugleich.

Während Pjöngjang sich zum 100. Geburtstag Kim Il-sungs herausputzt, zeigt ein neuer Architekturführer erstmals die Bauten der Stadt

Die Pjöngjanger dürften nicht schlecht gestaunt haben, als Mitte 2008 die älteste Baustelle der Stadt plötzlich wieder zum Leben erwachte. Das monströse, 105-stöckige Ryugyong-Hotel, das 16 Jahre lang als halbfertiger Rohbau vor sich hingebröselt hatte, bekam in Windeseile eine verspiegelte Glasfassade verpasst.

Der mit reichlich Pritzker-Preisträgern besetzte Novartis Campus in Basel nimmt allmählich Gestalt an. Ein Zwischenbericht

Lautlos ziehen die prachtvoll gefärbten Koi ihre Kreise im Wasserbecken auf der Piazza. Unter dem schattigen Blätterdach lehnen Menschen mit klugen, konzentrierten Gesichtern entspannt auf Sesseln, Laptops auf den Knien, international telekonferierend. Sorgfältig behelmte Fahrradfahrer mit Rucksäcken rollen vorbei. Gegenüber stoppt ein Kleinbus sanft an der Haltestelle vor dem Supermarkt. Kleingruppen streben den Tischen unter den Arkaden entgegen: zum Lunch in die Osteria Dodici oder heute mal in die Sushibar?

Eine freundliche und perfekte Welt. So perfekt, dass ein Neuankömmling unweigerlich in die Sonne blinzelt, um zu prüfen, ob diese nicht doch ein Scheinwerfer und das alles eine Art urbaner Truman Show ist. Doch die Szenerie ist voll und ganz real: Der Neuankömmling befindet sich auf dem Novartis Campus in Basel, exakt an der Grenze zwischen der Schweiz und Frankreich.

Sie können auch klein: Coop Himmelb(l)aus Kirchenbau im Grenzort Hainburg wird heute eröffnet

 

Ein bedeutender Tag, der 30. April. Denn heute ist es auf den Tag genau auch schon wieder 1700 Jahre her, dass der römische Kaiser Galerius im Edikt von Nikomedia den Christen erstmals die Freiheit der Religionsausübung gewährte. Vorausgesetzt, sie passten sich in der Öffentlichkeit an. Natürlich. Vorbereitet wurde diese epochale Wende in einem Ort am nördlichen Rande des Reiches - Carnuntum an der Donau, nahe dem heutigen Hainburg an derselben.

Die Wiener Wohnbauoffensive soll 7500 neue Wohnungen schaffen. Offen ist, ob die bisherige Qualität der Architektur gehalten werden kann.

 

Richard Rogers’ Umbau der ehemaligen Stierkampfarena von Barcelona wurde nach langer und schwieriger Bauzeit eröffnet

Als das katalanische Parlament am 28.Juli letzten Jahres die Geschichte des Stierkampfes in der autonomen Region per Gesetz ein für alle mal beendete, war auf Barcelonas Straßen die Zahl der Protestierenden weit niedriger als die der Jubelnden. Kein Wunder, gilt doch die Corrida als Sinnbild des kastilisch dominierten Spanien, mit dessen blutrünstigem Stolz man so wenig wie möglich zu tun haben wollte. Die Toreros von heute kämpfen im Stadion Camp Nou und heissen Xavi, Messi und Iniesta. Die wenigen Stierkämpfe, die es in Barcelona noch gab, waren nicht viel mehr als Show für Touristen.

Noch prangen an der prachtvollen „La Monumental”, der letzten der ursprünglich drei großen Arenen von Barcelona, die noch genutzt wird, die Schilder mit den Kategorien „Sol” und „Ombra”, die die teuren Schatten- und die billigen Sonnenplätze ausweisen. Ab 2012, wenn das Verbot in Kraft tritt, wird der 20.000 Besucher fassende Rundbau sich nach fast 100 Jahren todesmutigen Torerogetänzels auf unblutige Events wie Konzerte beschränken müssen.

Am anderen, westlichen Ende der Stadt ist diese Transformation schon abgeschlossen: Der zweite noch erhaltene Stierkampfschauplatz, die Arenas de Barcelona, wurde Ende März nach Jahrzehnten des Leerstands und Zerfalls in neuer Funktion eröffnet - als Shoppingcenter. Wo früher Matadores und Picadores in sengender Hitze mit schnaubenden Stieren rangen, drängen sich jetzt kauflustige Besucher auf den Rolltreppen. Dass dieses erste Zeichen der Abschieds von der „nationalen Fiesta” ausgerechnet an der prominenten Plaça d’Espanya steht, ist eine kleine Ironie am Rande.