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Jean Nouvels Hotelturm am Wiener Donaukanal treibt ein ambitioniertes Vexierspiel mit Volumen und Flächen

Wien, um 1900. Im Hotel Continental in der Praterstraße 1 sitzt der Schriftsteller Theodor Herzl im Café und erledigt seine Post. Das Continental gilt als eines der nobelsten und modernsten Hotels der Stadt, Treffpunkt des Wiener Bürgertums in der jüdisch geprägten Leopoldstadt. Das jüngste in einer Reihe von Hotels an dieser Stelle, wo die Straße nach Böhmen den Donaukanal überquert.

Eine gemeinsame Feier für die Architektur: Beim World Architecture Festival in Barcelona stahl ein Haus aus Costa Rica den Stars die Show.

Mit Preisverleihungen ist das ja so eine Sache. Nicht selten dienen die wohltönend benannten Awards, die in zunehmender Anzahl über die Öffentlichkeit hereinbrechen, in erster Linie dem Ruhm des Ausrichters, mit dem Ausgezeichneten als prominentem Feigenblatt. Man mietet eine Halle, drückt darin einer Landeshauptmannwitwe ein Stück Plexiglas in die Hand, erklärt sie zur “Frau des Jahres” , und kann sich seiner 15 Minuten Mediengetöse sicher sein.

Eine aktuelle Ausstellung zeigt die Vergangenheit der ehemaligen Austria Tabakwerke in Linz. Gleichzeitig grübelt man über die Zukunft des Areals nach.

Strahlend fällt die Nachmittagssonne durch die hohen Fensterbänder. Der helle, langgezogene Raum erstreckt sich in sanftem Schwung dahin. Sein Ende ist nicht in Sicht. 75 Jahre lang wurden hier bis zu 8000 Zigaretten pro Minute erzeugt. Jetzt sind die Maschinen verschwunden, nur in der Luft liegt noch ein leichter Duft von Tabak. Vor einem Jahr wurde die Produktion in den ehemaligen Austria Tabakwerken in Linz eingestellt. Nun erforschen die ersten neugierigen Besucher das 30.000 Quadratmeter große Areal.

Stuttgart an einem schönen Spätsommerabend. Die Cafés sind voll besetzt. Man entspannt sich beim Feierabendbier, als plötzlich eine junge Frau herbeistürmt und ruft: “Kommt schnell, die Bagger sind da! Sie reißen den Bahnhof ab!”

Mit dem Eiermuseum in Winden am See, errichtet vom Architekturbüro gaupenraub, macht sich Bildhauer Wander Bertoni das schönste Geschenk zum 85. Geburtstag.

Der neueste Eintrag im Katalog trägt die Nummer 3627. Material Holz, Farbe Rot, Herkunft Moskau. Ein Ei. Wander Bertoni hat es vor wenigen Tagen von einer Russlandreise mitgebracht und wie alle anderen Eier in akkurater Handschrift in seinem karierten Heft archiviert.