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Kluge Modernisten des Pop: Saint Etienne kehren mit einem tollen Album zurück und erinnern sich an den Beton der Londoner Suburbs.

Die Neue-Deutsche-Welle-Dadaisten Palais Schaumburg bauten eine neue Stadt, Arcade Fire beschrieben die Suburbs, und Starship prahlten tumb: „We built this City“. Doch auf die Frage, welche Band Architektur und Urbanismus am konsequentesten thematisiert hat, kann es nur eine Antwort geben: Saint Etienne.

Bombenentschärfung, Bosonen und Büffets: Bei der Langen Nacht der Forschung herrschte trotz Sommertemperaturen ungebremster Wissensdurst.

"Habt ihr schon mal von Interpol gehört?" Die zwei Heranwachsenden schütteln den Kopf. "Also: Stellt Euch vor, Mr.Smith hat in Amerika einen Banküberfall verübt..." hebt der nette Beamte in Märchenonkelstimme an, und die Jungs hören gebannt zu. Fünf Uhr nachmittags, zu Beginn der Langen Nacht der Forschung, ist im schummrigen Foyer des Bundeskriminalamts mächtig was los, und das obwohl draußen mit aller Macht der Sommer ausgebrochen ist.

Neben einer Glasschüssel mit Köder-Zuckerln werden Fingerabdrücke mit Kohlestaub bepinselt, die Kleinsten versuchen, Inspektor Maulwurf beim Lösen eines Felldiebstahls zu helfen, gegenüber werden die etwas Älteren mit lustigen Büchlein (verheißungsvolles Kapitel: "Wastl auf dem Datenhighway") zur Vorsicht im Internet angehalten, und die ganz Alten verwickeln die Beamten in längere Gespräche über Einbruchsprävention. Neben zwei futuristischen Bombenentschärfungsrobotern wartet Falschgeldspürhund "Argon" schon unruhig scharrend auf seinen Einsatz: Ihm steht noch eine lange Nacht des Banknotenschnüffelns bevor.

Das Designduo Dottings denkt Einfachstes neu. Pünktlich zur Vienna Design Week kommen nun Töpfe für Riess Email auf den Markt. Ausgerechnet? Typisch!

Produktdesign, so die grob vereinfachte landläufige Meinung, macht Dinge neu und besser oder lässt sie zumindest neu und besser aussehen, damit die Menschen sie kaufen. Aber was gibt es an einem Produkt, dessen Markteinführung in etwa auf das Neolithikum datiert, noch zu verbessern? Die Rede ist hier vom Kochtopf. Hat die Menschheit in den über 10.000 Jahren des Hantierens mit Töpfen und den dazugehörigen Deckeln nicht das Prinzip „rundes Kochgefäß“ längst perfektioniert?

Der 56jährige Deutsche Peter Wawerzinek gewann zurecht den Bachmannpreis. Die Österreicher gingen leerer aus als verdient.

“Was machst du gerade, Schatz?“ – „Ach, ich schreibe nur eine Parabel auf meine Generation”. Diesen Dialog wird man in Schriftstellerwohnzimmern niemals hören, denn kein Mensch schreibt Parabeln auf Generationen.

Eines ist ja wohl klar: Autofahren ist nach dem Einrad für Clowns die zweitdümmste Fortbewegungsart, die es gibt. Die Idee, eine Person von A nach B zu bewegen, indem man ihr mehr als das zehnfache ihres Körpergewichts an Metall- und Elektronikschrott aufbrummt, unschön riechende Flüssigkeiten aus dem Erdinneren heraus und um den Globus pumpt, um sie in diesem Personen-Schrott-Ensemble lärmend zu verbrennen, wird von künftigen Generationen zweifelsohne als Irrweg der Evolution, als peinliche Episode angesehen werden, über die der Mantel des verbrennungsfreien Schweigens zu breiten sei.

Das junge Designduo mischer’traxler erforscht das gestalterische Talent der Natur.

Ein präzise geschweißtes, mannshohes Stahlgerüst. Darin fein austariert aufgehängt, wickeln Spulen dünne Fäden ab, die durch erst in dunkelgrüne Farbe, dann durch Leim getaucht werden, und sich schließlich in changierenden Farbschlieren um einen permanent drehenden Zylinder wickeln. Strahlt die Sonne heller, dreht sich der Zylinder schneller, der Fadenwulst beult aus und wird heller. Das alles obendrein völlig lautlos, da durch Solarzellen angetrieben. Die Besucher der Ars Electronica in Linz verharren staunend vor diesem mysteriösen, und gleichzeitig offensichtlichen Mechanismus, der ein wenig an Versuchsaufbauten im Physikunterricht erinnert.

Die Ausstellung „Balkanology“ im AzW entdeckt den Turbofolk der Architektur in Südosteuropa

Der Balkan beginnt am Rennweg. Falsch. Der Balkan beginnt exakt südlich der Linie Triest-Odessa. Blödsinn. Balkan ist alles zwischen Wien und Athen. Unfug. Oder?