Baukultur im Mistkübel?

Die Posse um die nicht gebaute Zentrale der MA48 und ihren von der Jury verschmähten Mistkübel-Entwurf hat für Gesprächsstoff gesorgt. Ist es wirklich, wie Stadträtin Ulli Sima beteuert, ein "ärgerlicher Einzelfall", oder ist etwas faul in der Wiener Baukultur? Ein Überblick über den Stand der Debatten.

Beginnen wir mit einer etwas ungewöhnlichen und leider etwas unappetitlichen Frage: Was hat Hundekot mit Baukultur zu tun? Nichts, würde man meinen. Doch zumindest in Wien haben die beiden Begriffe eine gemeinsame Schnittmenge. Genau, es geht um die Magistratsabteilung 48. Diese macht zweifellos einen sehr guten Job. Sie macht auch sehr viel Werbung dafür, dass sie ihren Job macht. Kampagnen, Aktionen, Mistfeste, Inserate, Plakate und Stadträtinnenkonterfeis noch in den abgelegensten Gehölzen der Lobau. Eine besondere Vorliebe hegt die Werbeagentur der MA48 offenbar für die Hinterlassenschaften von Vierbeinern und affichiert gerne hundertfach vergrößerte Fotos von Hundekot oder aufgetürmten Hundekotsackerln auf Plakaten im öffentlichen Raum. Nun hat die Koprophilie gerade in Österreich in Kunst und Psychologie eine lange und interessante Geschichte, aber müssen wirklich für Steuergeld Fotos von Hundekot angefertigt werden? Und was kostet das eigentlich?

Das haben sich auch die Gemeinderäte der NEOS gefragt, die am 22.März 2016 eine Anfrage an Umweltstadträtin Ulli Sima bezüglich der Kosten der soeben gestarteten "Schmutzkübel-Kampagne" stellten, eine PR-Aktion, die die Bürger Wiens darauf hinweisen sollte, den Mist bitte in Mistkübel zu werfen. Gefragt wurde auch nach dem gesamten Werbebudget der MA48 im Jahr 2015. Die Antwort auf die erste Frage: 253.300 Euro. Die Antwort auf die zweite Frage blieb aus.

Wenn man so stark auf PR fokussiert ist wie die MA48, ist es nicht verwunderlich, dass man einen Mistkübel als die ideale Form für eine Bürozentrale ansieht, um den Passanten die Information zu vermitteln, dass es in Wien eine Müllabfuhr gibt. Und hier sind wir schon bei der Baukultur. Die Ausschreibung des 2013 ausgelobten Architekturwettbewerbs wies die sechs geladenen Büros an: „Die Gebäudeform soll ein Symbol für die Wiener Abfallwirtschaft darstellen und in der Formensprache an einen Abfallkübel erinnern.“ Insofern war der von Ulli Sima und ihrem Partner, MA48-Chef Josef Thon bevorzugte Entwurf genau ins Schwarze. Er sah exakt so aus wie ein Mistkübel, Räder inklusive. Die Fachjury sah das anders und beurteilte den plakativen Entwurf als "Kitsch". Preisgekrönt wurde ein Entwurf, der das Thema Mistkübel eher abstrakt in orangene Containerform übersetzte und zweifellos ein auffälliges Landmark abgegeben hätte, wäre das Ganze nicht von den Auslobern aus Trotz ausgebremst worden, und das, obwohl MA48-Chef Thon, wie es hieß, in der Jury noch für den Sieger gestimmt hatte.

Architektur ist kein Werbeprospekt

Ist ein Haus, das aussieht wie ein Mistkübel, Kitsch? Darüber kann man sich streiten. In den Außenbezirken von L.A. oder Las Vegas, wo kommerzielle Bauten plakativ um die Aufmerksamkeit der Autofahrer ringen, wäre es vielleicht sogar richtig am Platz. In Wien ist es vor allem eines: Gebaute PR. Es vermittelt nichts als die Information, dass es in Wien eine Müllabfuhr gibt, und funktioniert somit exakt so wie die volksbelehrende "Schmutzkübel-Kampagne". Doch Architektur ist kein Werbeprospekt. Die Existenz der Müllabfuhr ist binnen einer Sekunde kommuniziert, ein Gebäude steht jedoch idealerweise für Jahrzehnte im Stadtraum. Sprich: Ein Mistkübelhaus ist in etwa so dauerhaft wie ein Witz, den man jeden Tag aufs Neue erzählt bekommt.

Dabei ginge es auch anders, und dafür muss man gar nicht weit schauen, man muss nicht einmal das Grundstück verlassen. Die Betriebswerkstätte der MA48, 2004 vom Büro Caramel errichtet und Ergebnis eines Gutachterverfahrens aus dem Jahr 2000, also noch vor der Ära Sima, mit seiner dunkelglatten Optik und seiner markanten Rundung ist ein so eleganter wie gut funktionierender Bau, der zeigt, welches Potenzial man aus einem reinen Betriebsgebäude herausholen kann, wenn man sich ernsthaft um die Baukultur kümmert. Dass das Gebäude keineswegs aussieht wie die Müllfahrzeuge, die darin abgestellt sind, sei nur am Rande bemerkt.

Man konnte sich also ein Verständnis für die Rolle und die Funktion von Architektur erwarten. Daher war es nicht überraschend, dass die Äußerungen von Ulli Sima im Falter-Interview, in dem sie deutliche Zweifel an Wettbewerben und ihren Jurys äußerte, zum Stadtgespräch sowohl bei Laien als auch Fachleuten wurden. Hörte man sich innerhalb der Architektenschaft um, stieß man auf reichlich Seufzen und Augenrollen, genährt aus der Frustration, etwas eigentlich Selbstverständliches wie die Bedeutung von Baukultur immer wieder von Neuem erklären zu müssen.

Nur ein Einzelfall?

Ulli Sima wiederum versuchte zu deeskalieren und ließ verlauten, es handele sich bei der Nichtumsetzung des MA48-Wettbewerbs um einen "ärgerlichen Einzelfall". Man wolle aber prüfen, ob Wettbewerbe in Zukunft anders aufgestellt werden könnten, damit es schneller und billiger gehe. Es bleibt jedoch die Tatsache, dass die Umsetzung eines mit Steuergeldern finanzierten Wettbewerbs für ein öffentliches Gebäude aus eher privat anmutenden Gründen abgesagt wurde. Jetzt hat Wien eben keine MA48-Zentrale, und das Geld wanderte ebenso in den Mistkübel wie die Arbeit der teilnehmenden Architekten.

Architektin Hemma Fasch vom Büro Fasch&Fuchs, Architekten mehrerer Schulbauten und der Schiffsstation des Twin-City-Liners am Schwedenplatz, fasst den Frust der Branche zusammen: "Die aktuelle Debatte zur Wiener Vergabekultur ist nicht überraschend. Die skeptische bis ablehnende Haltung einiger Politikerinnen und Teilen der Stadtverwaltung zu Qualitätsverfahren ist mittlerweile bekannt. Da wird behauptet, Wettbewerbe würden die Projekte verteuern und verzögern. Dabei haben Untersuchungen aus Deutschland nachgewiesen, dass jeder Wettbewerb investierte Euro einen Benefit von 7 Euro bringt." Außerdem gelte schließlich das Bundesvergabegesetz, dass öffentliche Aufträge und Wettbewerbe genau regelt und Direktvergaben ausschließt.

Die Vertreter der Architektenkammer wiederum schalteten Anzeigen in Zeitungen, veröffentlichten ihre Gegenposition, und suchten bei Bürgermeister Häupl um ein klärendes Gespräch an. Gibt es schon einen Termin im Rathaus? Nein, man habe noch nichts gehört, sagen Bernhard Sommer, Vizepräsident der Architektenkammer und Sektionsvorsitzender Christoph Mayrhofer zum Falter. Sie betonen, man wolle sich nicht in Geschmacksdiskussionen wie die "groteske" Mistkübel-Debatte vertiefen, sondern das Selbstverständnis der Politiker als Volksvertreter auf den Prüfstand stellen. In seiner Krassheit handele es sich beim MA48-Wettbewerb zwar tatsächlich um einen Einzelfall, dieser deute aber auf eine gewisse Grundhaltung hin. "Es gibt die Angst, bei Wettbewerben die hundertprozentige Kontrolle abgeben zu müssen und das schlecht entwickelte Verständnis der Bauherrenschaft als Öffentliche Hand, was den Unterschied der Verwaltung von Steuergeldern zu der von Privatvermögen betrifft. Allerdings gibt es auch Vertreter der Stadt, die das anders sehen."

Eine Frage der Baukultur

Dabei ist die Baukultur schon längst keine Privatangelegenheit von Architekten und engagierten Bürgern mehr. Schon 2006 veröffentlichte das Bundeskanzleramt erstmals den Österreichische Baukulturreport, 2011 den zweiten, und letzte Woche fand in Linz der Baukulturkonvent statt, als Startpunkt für die Arbeit am dritten Baukulturreport. Dieser soll darstellen, wo und wie baukulturrelevante Entscheidungen getroffen werden und welche Auswirkungen dies hat. 2014 erschienen auf Länderebene die baukulturellen Leitsätze der Stadt Wien. Einer der zehn Leitsätze: "Die Planung, Errichtung und Sanierung aller Bauten und Freiräume im Einflussbereich der Stadt Wien erfolgen nach qualitätsorientierten und transparenten Prozessen."

Sollte man nicht erwarten, dass dies ein Signal für bessere Qualität sei? Der Raumplaner und Filmemacher Reinhard Seiß, Autor des 2007 erschienenen Buchs "Wer baut Wien?" über die Hintergründe der Wiener Planungspolitik, ist skeptisch: "In einer Stadt wie Wien sollte man sich von unverbindlichen Richtlinien nicht zu viel erwarten. Vor allem nicht, wenn das baukulturelle Bekenntnis mancher Stadträte nicht aus tiefstem Herzen kommt, sondern von außen an sie herangetragen wurde."

Bleibt die Frage: Ist es mit diesen Leitsätzen vereinbar, wenn eine Stadträtin die Arbeit von Wettbewerbsjurys in Frage stellt? Oder hat Ulli Sima vielleicht recht, und es gäbe tatsächlich etwas zu verbessern - auch in der Art, wie Wettbewerbe „aufgestellt“ sind? Robert Temel, Sprecher der Plattform Baukulturpolitik und Mitautor des Baukulturreports, mahnt zur Sachlichkeit: "Wenn Wettbewerbsentscheidungen nicht oder nur stark verändert umgesetzt werden, hat das fast immer einen dieser beiden Gründe: Entweder die Ausschreibung und Durchführung waren nicht gut genug, oder die Planungsaufgabe ist so komplex, dass sie nicht ausreichend in einer Ausschreibung fixiert werden kann. Ersteres hat immer gravierende Auswirkungen auf die Qualität, und für letzteres gibt es die von Sima erwähnten kooperativen Verfahren. Das heißt: Wettbewerbe sind meistens die beste Grundlage für Planungsentscheidungen, deshalb sollte die Stadt verstärkt auf sie setzen. Das ist die neue Ebene, auf die man die Debatte stellen muss!"

Architekturwettbewerbe: Wozu brauchma des?

Ein Überblick über die Wettbewerbe der letzten Jahre bietet Indizien für beide Seiten. Bei der Erweiterung des Hotel Intercontinental am Eislaufverein begann man mit einem kooperativen Verfahren, in das Stadt, Architekten und Anrainer eingebunden waren, versäumte dann aber, im darauffolgenden Wettbewerb präzise Grenzen zu setzen, mit dem Ergebnis, dass danach eine heftiger Streit um Hochhaus, Stadtbild und Weltkulturerbe entbrannte, und das Projekt heute, nachdem viel Zeit und Geld  von allen Seiten investiert wurde, in einer Warteschleife namens "Nachdenkpause" verharrt.

Bei der Neugestaltung des Schwedenplatz wiederum wurde ganz auf Bürgerbeteiligung und Ideensammlung gesetzt, um eine Lösung in bestmöglichen Konsens zu finden. Eine löbliche Sache, die allerdings immer die Gefahr birgt, dass die Lösung zu einer gebauten Wunschliste wird, deren einzelne Aspekte nichts miteinander zu tun haben. Ob der preisgekrönte Entwurf alle zufriedenstellt, wird sich herausstellen.

Eindeutig positiv fiel das Urteil über das kooperative Verfahren am Helmut-Zilk-Park im Sonnwendviertel, wo in den nächsten Jahren ein neues Stadtviertel mit Wohnungen, Geschäften und Büros entstehen wird. Hier wurde tatsächlich etwas Neues versucht: Dieses Gebiet wurde in maßgeschneiderten Workshops zwischen Architekten, Stadt und ÖBB entwickelt, hier sind alle Beteiligten voll des Lobes über den zielgerichteten Prozess.

Es gebe auf Seiten der Stadt durchaus Vertreterinnen, denen die Bedeutung von Baukunst bewusst ist und die sich entsprechend darum bemühen, sagen Bernhard Sommer und Christoph Mayrhofer. So wurde beim Pflichtschulbauprogramm der Stadt gemeinsam mit der Architektenkammer ein schnelleres Verfahren entwickelt. "Problematisch ist es, wenn private Bauträger mit städtebaulich relevanten Projekten auftreten, und dafür die bestehende Flächenwidmung geändert werden muss. Mit dem Argument, dass es sich um Private handelt, die nicht dem Vergaberecht unterliegen, werden dann von der Stadt verkürzte Verfahren akzeptiert, die keinesfalls ausreichen, um eine echte Qualitätssicherung sicherzustellen. Wir erleben in vielen Gebieten Wiens eine tiefgreifende Umgestaltung ohne Qualitätssicherung, geschweige denn einem übergeordneten Plan, nach welcher diese stattfinden sollte."

Auch Reinhard Seiß sieht Verbesserungsbedarf: "Für meine Begriffe wird viel zu wenig diskutiert, wer in den Jurys sitzt und welche Freiheiten die Juroren bei ihrer Interpretation haben, ob ein Entwurf die Wettbewerbsausschreibung erfüllt oder nicht. Dementsprechend sehen auch die Begründungen mancher Jurys für ihre Entscheidungen aus: Die haben oft mehr mit Fantasy, Lyrik oder auch PR zu tun, als mit sachlichen Argumenten. Bei städtebaulichen Wettbewerben wiederum würde ich mir ein selbstbewussteres Auftreten der Planungsbehörde wünschen. Dazu bräuchte es freilich konkretere Zielformulierungen des Rathauses für die räumliche und funktionale Entwicklung der gesamten Stadt."

Was diese konkreten Zielformulierungen betrifft, geht die Entwicklung eher in die andere Richtung, wie etwa das Herumeiern beim Eislaufverein zeigt, wo sich die Stadt etwas zu auffällig hinter den Entscheidungen von anderen versteckte. So hatte Vizebürgermeisterin Maria Vassilakou im März dieses Jahres, als die ablehnende Haltung des Weltkulturerbe-Vereins ICOMOS erstmals veröffentlicht wurde, im Gemeinderat betont: "Für mich handelt es sich um ein Projekt, welches von einer internationalen Jury gekürt wurde und das man so schlussendlich verwirklicht," also einen geradezu vorbildhaften Respekt vor der Wettbewerbsjury gezeigt. Als der Wiener Fachbeirat das Projekt wenige Wochen später ablehnte, trat sie auf die Bremse verordnete sie eine Nachdenkpause. Dass das Projekt "schlussendlich so verwirklicht" wird, ist heute praktisch ausgeschlossen. Auch dies konnte man als Respekt vor einer unabhängigen Entscheidung deuten. Man kann auch in beiden Fällen das Fehlen einer eindeutigen Vorgabe seitens der Stadt konstatieren. Ein Wettbewerb als Feigenblatt oder Sündenbock ist der Baukultur auch nicht gerade förderlich.

Architekten vs. Stadt?

Bleibt die Frage, ob Stadt und Architekten beim Streit um die Baukultur immer weiter voneinander entfernen. Hier gärte es in den letzten Jahren vor allem beim Thema Public Private Partnerships, sprich, der Errichtung öffentlicher Bauten durch private Firmen, mit deutlich weniger Einfluss für die Architekten. "Beim Thema PPP gab es sicher eine gewisse Entzweiung," sagt Robert Temel, "und da haben die Architekten ja auch gute Argumente für sich. Allerdings ist die Position der Beamten hier eher: Wir wissen, dass das teurer ist und wir an Kontrolle verlieren, aber wir müssen das so machen. Abgesehen davon finde ich das Verhältnis zwischen Stadt und Architekten im Großen und Ganzen nicht so schlecht."

Täuscht also der Eindruck, es würde heute öfter und heftiger gestritten? Schwer zu sagen, so die Architekten. "Einerseits hat das Gefühl, früher sei alles besser gewesen, in Wien eine gute Tradition, andererseits gibt es dafür auch reale Gründe. Eine Ursache ist sicherlich die zunehmende Verrechtlichung aller Lebensbereiche, ein weiterer Grund ist die wachsende Risikoaversion der Gesellschaft, die im kulturellen Bereich zur freiwilligen Selbstkastration führen kann. Das bedeutet: Wettbewerbe werden von Juristen dominiert, die Teilnahme ebenso eingeschränkt wie die planerische Freiheit." Eindeutig ärgerlich seien aber Äußerungen wie die von Ulli Sima, dass Architekturwettbewerbe nur viel Geld und Zeit kosteten. "Ein solches bei einigen Vertretern der Stadt anzutreffendes Unverständnis der Bedeutung von Planung trägt weiter zu einem belasteten Klima bei," so Sommer und Mayrhofer.

Wien im Vergleich

Was die Frage aufwirft: Ist der Wiener Magistrat ein besonders störrisches Exemplar, was Baukultur und Transparenz angeht? Sieht es woanders besser aus? Eindeutig ja, meint Architektin Hemma Fasch: "In Innsbruck setzt die Stadt auf Zusammenarbeit mit Architekten.

Bürgermeisterin und Stadtrat stellen sich bei bedeutenden wettbewerben den Fragen der Teilnehmerinnen, Diskussionen in Jurys werden sachlich und respektvoll geführt. Man spürt dort, dass sich Politik und Verwaltung als Vertreter öffentlicher und nicht privater Interessen verstehen. Mit dem sichtbaren Ergebnis, dass sich die Stadt auf hohem Niveau entwickelt."

Auch Robert Temel blickt respektvoll nach Westen: "Verglichen mit Vorarlberg, Tirol und der Schweiz ist in Ostösterreich das Bewusstsein für die Bedeutung von Baukultur und für baukulturelle Qualitäten eher gering ausgeprägt. In Wien wird die Bedeutung von Baukultur von Seiten der Politik vor allem sozial gesehen. Das ist auch wichtig. Es trägt aber dazu bei, dass man sich sehr auf den Wohnbau fixiert und andere baukulturelle Themen kaum als bedeutsam angesehen werden."

Über die Wiener Wettbewerbs- und Baukultur kann, wird und muss man also weiter diskutieren. Als mahnender Zeigefinger kann da vielleicht ein Kernbegriff aus den Baukulturrichtlinien dienen, nämlich das Wort Transparenz. Mit welchen Verfahren auch immer sich die Volksvertreter das Gesicht der Stadt bestimmen, die Abläufe sollten kein Geheimnis sein. Das gilt für Architektur übrigens genauso wie für Werbebudgets und Hunderlfotos.

 

Erschienen in: 
Falter 42/2016, 20.10.2016